Der Vorabend des diesjährigen Soul On Top Contests bringt 100%
HipHop! «The Golden Era HipHop» ist das neueste Projekt des Bristoler
DJs Scott Hendy aka Boca 45. Seit mehr als zehn Jahren gehört er zu
Englands Top-DJs und bringt die Menge mit seinen atemberaubenden Mixes
aus Disco, Rap, Soul und Funk mit Leichtigkeit zum Bouncen. Gemeinsam
mit dem nicht weniger talentierten und etablierten DJ Format aus London
wird Boca 45 die Golden Era des HipHop in gutem alten Vinyl hochleben
lassen. Boca 45 gehört zu den Remindern of real HipHop und beschreibt
den Abend mit folgenden Worten: «Without any blurred electronic falderal
or Gangster-images just HipHop cool as shit and back at its roots. With
HipHop Tracks from the 80s, 90s and the early 00s!»
Vor dem
Konzert um ca. 23.30 findet ausserdem der 7-to-smoke Battle statt, ein 1
vs 1 Breakdance Wettkampf mit acht Tänzerinnen und Tänzern. Nicht
verpassen!
Der Multiinstrumentalist Will Holland alias Quantic ist ohne
Zweifel einer der talentiertesten, innovativsten und gleichwohl
produktivsten Künstler der alternativen Tanzmusik dieser Tage. Nebst
seinen Releases als Quantic zeigen dies auch seine anderen Projekte wie
Limp Twins, Quantic Soul Orchestra, Quantic & His Combo Barbaro oder
Flowering Inferno. Damit deckt Holland scheinbar spielerisch leicht so
ziemlich jeden Musikstil ab – von altem dreckigem Funk und Soul, Latin
der 60er und 70er-Jahre, HipHop und Drum’n’Bass bis hin zu Dub und
Reggae – ohne dabei jemals musikalischen Sellout zu betreiben. Als ob
das nicht genug wäre, ist der junge Herr auch noch ein fabelhaft guter
DJ. Und genau das wird er bei uns im Rossstall unter Beweis stellen.
Auf den ersten Blick scheint es vielleicht etwas vermessen, dass
sich irgendwo in einer vierköpfigen Band ein ganzes Orchester
verstecken soll. Aber keine Sorge, das aus Edinburgh stammende Hidden
Orchestra übertreibt hier keineswegs, sondern schafft es in
beeindruckender Manier, das Material ihrer aufwändig produzierten Musik
live umzusetzen. In innovativster Art und Weise treffen hier Elektronik
auf Jazz und Post-Rock. Dabei setzen die Schotten um den
Multiintrumentalisten, Filmkomponisten und Radiomoderator Joe Acheson
sowohl traditionelle Instrumente als auch organische Elektro-Samples
ein. Mit gleich zwei Drummern, tiefen Basslines, Keys und einem
stattlichen Aufgebot an technischem Schnickschnack entsteht ein
epischer, zuweilen düsterer, nahezu psychedelischer Sound, der gängige
Kategorisierungen schlichtweg ausser Kraft setzt. Und der Mix kommt an:
Das Debüt «Night Walks» war «Album of the Month» bei BBC Radio 1 und die
Liste der Bands, mit denen das Hidden Orchestra bereits die Bühne
geteilt hat, ist ebenfalls recht bunt: The Bays, Bonobo, Jaga Jazzist,
Aim, Red Snapper und Gilles Peterson.
Nach dem erfolgreichen
Auftritt Anfang des Jahres 2012 kommt das Hidden Orchestra mit seinem
zweiten Album «Archipelago» erneut in die Kaserne Basel.
Paul Simon, Peter Gabriel und die Talking Heads, sind nur
einige der bekannteren Künstler, die afrikanische Musiktraditionen mit
westlicher Pop- oder Dancemusik verbinden. Doch so bekannt ihre Sounds
bei uns auch sind, so unbekannt sind meist ihre afrikanischen Vorbilder.
Ein solches Vorbild ist Ebo Taylor – einer der ganz grossen ghanaischen
Musiker. Er hat zusammen mit Fela Kuti, Tony Allen und Mulatu Astatke
den Afrobeat begründet. Die Berliner Afrobeat Academy hat mit ihm nun
das zweite Album aufgenommen. Auf «Appia Kwa Bridge» sind alte Highlife-
und Fante-Songs zu hören: funky Highlife-Gitarren und Soul-Gesänge
klingen zeitgemässer als je zuvor – nicht zuletzt, weil
Indie-Pop-Grössen wie TV On The Radio, Dan Auerbach oder The Vampire
Weekend gerade erst auf den Afro-Fusion-Zug aufspringen. Da ist es eine
einmalige Chance, in der Kaserne Basel das Original zu hören: 74 Jahre
alt und immer noch vom Beat besessen!
Der äthiopische Musiker Mulatu Astatke gilt als Vater des
«Ethio-Jazz» und ist auch mit bald 70 Jahren noch sein kreativster
Vertreter. Astatke steht für eine ungewöhnliche Spielart des Jazz, der
mit Blechbläsern, Vibrafon und Perkussion Latino-Klänge, Instrumental-
Soul und äthiopischen Folk zu einer einzigartigen Mischung verschmelzen
lässt. Inzwischen wird der Vibrafonist von HipHop-Stars wie Kanye West,
Madlib oder Nas gesamplet. Spätestens seit dem Film «Broken Flowers» von
Jim Jarmusch ist auch die restliche Musikwelt fasziniert vom Ethio-Jazz
des Altmeisters.