Auf den ersten Blick scheint es vielleicht etwas vermessen, dass
sich irgendwo in einer vierköpfigen Band ein ganzes Orchester
verstecken soll. Aber keine Sorge, das aus Edinburgh stammende Hidden
Orchestra übertreibt hier keineswegs, sondern schafft es in
beeindruckender Manier, das Material ihrer aufwändig produzierten Musik
live umzusetzen. In innovativster Art und Weise treffen hier Elektronik
auf Jazz und Post-Rock. Dabei setzen die Schotten um den
Multiintrumentalisten, Filmkomponisten und Radiomoderator Joe Acheson
sowohl traditionelle Instrumente als auch organische Elektro-Samples
ein. Mit gleich zwei Drummern, tiefen Basslines, Keys und einem
stattlichen Aufgebot an technischem Schnickschnack entsteht ein
epischer, zuweilen düsterer, nahezu psychedelischer Sound, der gängige
Kategorisierungen schlichtweg ausser Kraft setzt. Und der Mix kommt an:
Das Debüt «Night Walks» war «Album of the Month» bei BBC Radio 1 und die
Liste der Bands, mit denen das Hidden Orchestra bereits die Bühne
geteilt hat, ist ebenfalls recht bunt: The Bays, Bonobo, Jaga Jazzist,
Aim, Red Snapper und Gilles Peterson.
Nach dem erfolgreichen
Auftritt Anfang des Jahres 2012 kommt das Hidden Orchestra mit seinem
zweiten Album «Archipelago» erneut in die Kaserne Basel.
Paul Simon, Peter Gabriel und die Talking Heads, sind nur
einige der bekannteren Künstler, die afrikanische Musiktraditionen mit
westlicher Pop- oder Dancemusik verbinden. Doch so bekannt ihre Sounds
bei uns auch sind, so unbekannt sind meist ihre afrikanischen Vorbilder.
Ein solches Vorbild ist Ebo Taylor – einer der ganz grossen ghanaischen
Musiker. Er hat zusammen mit Fela Kuti, Tony Allen und Mulatu Astatke
den Afrobeat begründet. Die Berliner Afrobeat Academy hat mit ihm nun
das zweite Album aufgenommen. Auf «Appia Kwa Bridge» sind alte Highlife-
und Fante-Songs zu hören: funky Highlife-Gitarren und Soul-Gesänge
klingen zeitgemässer als je zuvor – nicht zuletzt, weil
Indie-Pop-Grössen wie TV On The Radio, Dan Auerbach oder The Vampire
Weekend gerade erst auf den Afro-Fusion-Zug aufspringen. Da ist es eine
einmalige Chance, in der Kaserne Basel das Original zu hören: 74 Jahre
alt und immer noch vom Beat besessen!
Der äthiopische Musiker Mulatu Astatke gilt als Vater des
«Ethio-Jazz» und ist auch mit bald 70 Jahren noch sein kreativster
Vertreter. Astatke steht für eine ungewöhnliche Spielart des Jazz, der
mit Blechbläsern, Vibrafon und Perkussion Latino-Klänge, Instrumental-
Soul und äthiopischen Folk zu einer einzigartigen Mischung verschmelzen
lässt. Inzwischen wird der Vibrafonist von HipHop-Stars wie Kanye West,
Madlib oder Nas gesamplet. Spätestens seit dem Film «Broken Flowers» von
Jim Jarmusch ist auch die restliche Musikwelt fasziniert vom Ethio-Jazz
des Altmeisters.
Kid Koala, DJ und Turntablist aus Montréal, war 1996 der
erste kanadische Künstler, der vom angesagten britischen Label Ninja
Tune unter Vertrag genommen wurde. Er ist Mitglied der Bands Deltron
3030 und The Slew und hat auch schon mit Gorillaz, Amon Tobin und
Peeping Tom zusammengearbeitet. Kid Koala ist bekannt für seinen
aussergewöhnlichen Stil und seine breit gefächerte Sammlung von Samples,
die von Niesgeräuschen über Jazzplatten aus den 30ern bis hin zu Monty
Python-Songs, Filmmusiken und Ausschnitten aus Comedy-Shows reicht.
Zudem ist Eric San alias Kid Koala auch Illustrator. Er gestaltet alle
seine Albumcovers selbst und veröffentlichte 2003 einen Comic: eine
Liebesgeschichte zwischen einer Sekretärin und einem arbeitslosen
Roboter.
Mit seiner «12 bit Blues! The Vinyl Vaudeville Tour» feiert
Kid Koala sein fünftes Album – und verspricht viel Spektakel mit
singenden Puppen, tanzenden Space-Robotern, überdimensionalen
Papp-Grammofonen und tollen Preisen beim 12 bit Blues Bingo!
Bevor
es richtig losgeht, sorgt Adira Amram and the Experience aus New York
mit einer rasanten zwanzigminütigen Comedy-Musikshow für gute Laune.
Nur für eine Nacht in Basel – nicht verpassen!